Resilienz

Ausstellung in der Galerie Wechselstrom
von 05.07.2021 – 19.07.2021

credit: thomassuchanek.com

Resilienz: Was verlangt mein Leben jetzt von mir? Die Perspektive ist vielgestaltig, individuell, das ist klar. Um diesen subjektiven Gesichtspunkt zu berücksichtigen hatte ich keinen Text vorbereitet, lediglich fünf Punkte, die in die Literatur als offener Raum hinter den ausgestellten Bildern einführen soll. Das Konzept der Ausstellung „Resilienz“ versteht sich demnach als offene Frage:

1 – Ein Strohhalm im Stecknadelhaufen (Adam Smith revisited)
Die Frage der Spezialisierung im Frühkapitalismus als produktivitätssteigernde Komponente der Betriebs- und Volkswirtschaft.

Wie weit ist Spezialisierung im Arbeitsleben bereits fortgeschritten? Welchen Sinn ergibt sie in unserer Tätigkeit?

credit: Thomas Suchanek

2 – Die unsichtbare Hand – Eine Frage der Determinierung von Eigeninteresse.

So wie viele andere AutorInnen bedient sich auch Adam Smith einer gängigen Metapher seiner Zeit – Die Metapher der unsichtbaren Hand führt weiter in die literarische Tradition – Es betrifft die unbewusste Förderung des Gemeinwohls, durch die Orientierung aller wirtschaftlichen Akteure am eignen Wohl. Wohin führt das?

Die unsichtbare Hand
Daniel Krammer 2020

3- Hannah Arendt – Was ist der Nutzen vom Nutzen, wenn wir arbeiten?
Eine Frage der Mündigkeit und Selbst-Reflexion

Den Sinn angesprochen stellt sich die Frage, wie weit das eigene Interesse auch in Individuen, in Abhängigkeit zu wirtschaftlichen und politischen Interessen, entwickelt ist. Wie sehr ist die Funktionen der Institutionen des Gemeinwesens lediglich an der Reproduktion (von Gütern und Personen) orientiert? Für Arendt fehlt in diesem Bezug die Frage nach dem „Menschen“ – Politik und Wirtschaft behandeln die Probleme der „Welt“, ohne den „Menschen“ und seine moralische Gebundenheit an die Gesetze als „Zweck an sich“ zu berücksichtigen.
Wie relevant ist die Bildung emotionaler Kompetenz für unser Zusammenleben?

credit: Thomas Suchanek
Objekt: Papier, Tusche, Holz, Torf, Harz
Daniel Krammer 2021

4. Epiktet – Bedenke die Folgen einer Handlung
Die Frage nach dem persönlichen Sinn

Als weitere Kontemplation folgte die Performance dem Stoiker Epiktet in seine Auffassung von Moral. Resilienz bedeutet hier auch das Scheitern und die harten Konsequenzen aus dem eigenen Handeln als Bestandteil der eigenen edelsten Pflicht (das eigene Leben) zu sehen.

„Nicht jede/r ist zu allem geschaffen.

credit: Thomas Suchanek

5- Times of stress are signals for growth

Einen weiteren Bogen zur Resilienz spannt am Ende der Performance ein aktuelles Beispiel aus der zwitgenössischen Literatur. Beim Wachsen setzen sich Hummer vielfach dem hohen Risiko starker Verletzbarkeit aus. Sie schlüpfen aus ihrer Schale, da diese nicht mitwächst, und lassen eine neue entstehen. Dies wiederholen Sie, bis Sie ihre wesentliche Größe erreicht haben.

Was sagt das über Resilienz?

Daniel Krammer 2020
Resilienz
100x80cm
Öl auf Leinwand
credit: Thomas Suchanek

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